Ein Red Bull-Rückblick aus dem Nahen Osten

Die neue Formel 1 Saison ist heiß unterwegs. Doch wie gut schlugen sich Max Verstappen und Red Bull im Vergleich zu den Titanen Mercedes und Lewis Hamilton bei den Veranstaltungen im Nahen Osten? Der Kampf um den Weltmeister-Titel in der Mercedes-Ära scheint knapper als je zuvor zu sein.

Fotorechte: F1-Insider.com und Giuseppe Cacace für AP

Von Daphne Seberich

Das Talent von Formel 1-Superstar Max Verstappen ist allen bekannt. Der Red Bull Fahrer, der im sehr jungen Alter schon zum siebten Mal bei der bekanntesten Motorsport-Weltmeisterschaft teilnimmt, scheint jedoch vor der 2021 F1 Saison in seiner bester Form zu sein.  

Videorechte: Formula One und Liberty Media – Editing: Daphne Seberich

Spektakulärer Vorsaison-Start für Max Verstappen’s siebten Formel 1-Karrierebeginn

Noch nie zuvor gelang es dem junge Formel 1-Star Verstappen die Vorsaison-Testtage zu meistern. Ihm gehört die diesjährige Bestzeit. Dank der Bahrain-Tests, die dieses Jahr im Nahen Osten anstatt des üblichen Circuit de Barcelona-Catalunya in Spanien stattfanden, konnte man feststellen, dass Red Bull als Favorit für den 2021 Konstrukteuren-Titelsieg gelten würde.

In der Pressekonferenz am 14. März, genaue zwei Wochen vor dem Saisonstart, äußerte sich Max Verstappen über sein Feeling mit seinem Formel-1-Wagen: „Ich hatte ein positives Gefühl im Auto, aber wir werden am ersten Rennwochenende im Q3 herausfinden, wo wir stehen. Dort können wir unsere Leistung beurteilen.“  

Zur Leistung des Teams ergänzte der 23-jährige Holländer, dass man trotz guter Ergebnisse die Weiterentwicklung des Rennautos nicht vorzeitig beenden kann. „Es waren bisher ein paar gute Tage, aber das heißt nicht, dass wir zufrieden sind. Wir wollen uns immer verbessern und versuchen, unsere Leistung zu steigern“, meinte Verstappen.  

Fotorechte: Getty Images

Keine Chance für Hamilton 

Der erste Einblick auf die Lage des Österreichischen Teams bei dem ersten Rennen in  Bahrain war letztendlich sehr positiv. Max Verstappen war bei den drei freien Trainings am Freitag und Samstag nicht zu toppen. Lewis Hamilton konnte sich kaum den Bestzeiten des Red Bull Fahrers annähern. Über 0.7 Sekunden fuhr der junge Formel 1 Veteran schneller als der derzeitige Weltmeister am Samstag vor dem Qualifying. 

Als es soweit kam, die Startpositionen für den Sonntag zu entscheiden, ließ sich das perfekte Duo Verstappen-Red Bull nicht einschüchtern. Es war offenbar, dass das Österreichische Team die beste Chance hatte, die erste Pole Position des Jahres zu ergattern.

Im Q3 hielt jeder Zuschauer den Atem an. Der Kampf um die erste Pole-Position der Saison zwischen Hamilton und dem Red Bull-Fahrer begeisterte die Fans rund um die Welt. Endlich gab es wieder einen harten Konkurrenzkampf, der sich nicht nur zwischen den zwei Mercedes-Fahrern abspielte. Mit einer Bestzeit von 1:28.997 erzielte Max Verstappen die ideale Startpostition für das Rennen.

„Es ist immer schwierig, sich etwas zu erwarten. Das ganze Wochenende lief es wirklich gut. Das Auto was sehr gut balanciert. Ich bin natürlich sehr froh, die erste Pole-Position des Jahres erworben zu haben“, teilte Verstappen nach dem Qualifying dem F1 Journalisten Lawrence Barretto mit.  

Fotorechte: Screen Lately

Lewis Hamilton und Mercedes zu besiegen ist kein Spaziergang

Als es soweit war, sich in Bahrain als Sieger durchzusetzen, hatten es Red Bull und Max Verstappen doch schwerer als erwartet. In der vierzehnten Runde der geplanten 56 vollbrachten Mercedes und Lewis Hamilton den entscheidenden Pit-Stop. Der frühe Reifenwechsel war Teil der “Undercut-Strategie”, die besonders in Bahrain sehr viel Einfluss auf das Endergebnis des Rennens hat. Somit übernahm Lewis Hamilton die Führung. Das Rennen war aber noch lange nicht vorüber. Verstappen bestand darauf, sich die Leaderposition wieder zu erkämpfen.

Max Verstappen sah in der einundfünfzigsten Runde seine Überholmöglichkeit. Als Lewis Hamilton vor Kurve 10 seine Reifen blockierte und somit nicht die perfekte Rennlinie fahren konnte, näherte sich Max Verstappen drohend dem Briten.

In der dreiundfünfzigsten Runde war es endlich soweit: Verstappen gelang es, Hamilton über der aüßeren Rennlinie zu überholen. Doch die von dem Holländer überschrittenen Renngrenzen erlaubten dem Fahrer nicht, die Führung bis zum Ende des Großen Preises zu bewahren. Somit ergatterte Hamilton den 96. Karrieresieg.  

Fotorechte: Diario AS

Diese unklaren Regeln sorgten jedoch für Aufruhr im Paddock. Vor dem Rennen war es nicht allen Teilnehmenden bewusst, ob bei Kurve vier tatsächlich dieselben Regeln als im Qualifying gelten würden. Sergio Perez wurde nämlich im Q2 die Zeit gestrichen, da er eine zu weite Rennlinie über den Randstein der Serpentine nahm. Selbst Lewis Hamilton hielt mehrmals die Grenzen nicht ein, doch bestraft wurde er von der Rennverwaltung FIA nie.  

„Natürlich bin ich enttäuscht, aber letztes Jahr wären wir mit einem Rennen wie diesem super glücklich gewesen“, richtete der Zweitplatzierte des 2021 Großen Preis von Bahrain an F1TV aus. „Es zeigt auch, wie sehr wir uns entwickelt haben und ich denke, dass es trotzdem ein positiver Saisonstart war.“ 

Seit sieben Jahren gelingt es Red Bull nicht, die deutschen Rivalen um die Konstrukteursweltmeisterschaft zu schlagen. Doch dieses Jahr steht zum ersten Mal nach 2014 die Chance, Lewis Hamilton und Mercedes zu übertrumpfen. Kann Max Verstappen das Taboo brechen?

Hat Covid-19 eine ausgeglichenere Serie A verursacht?

Seit der 2011-2012 Saison, dominiert Juventus die italienische Fußballliga, jedoch scheint es als hätten die zahlreichen Covid-Fälle, die Mannschaften auf eine Ebene gebracht.

Von Daphne Seberich 

Nach einer von politischen Ereignissen geprägten 2019/2020 Fußballsaison, hätte niemand von einer spannenden Serie A geahnt. Viele Mannschaften befinden sich unter finanziellem Druck: Stadions bleiben zu, Merchandising wird weniger verkauft und die Businessmodelle der Fußballorganisationen zeigen ihre Schwächen. Dies führte zu einer enttäuschenden Transfermarkt-Session einiger Vereine, dennoch kam es bis jetzt zwischen den Teilnehmern zu einem ausgewogeneren und spannenderen Kampf. 

Die langjährige Dominanz der “Juventini’’ verdarb vielen den Spaß an der italienischen Liga. Juve wurde neun Jahre lang, mit mehreren Spieltagen im Voraus, als Sieger des besten italienischen Fußballturniers ernannt. Nie gab es ein Team in Italien das so oft hintereinander die Serie A gewonnen hatte. Doch diese Saison scheint anders zu laufen: Milan befindet sich dank eines ausgezeichneten Zlatan Ibrahimović an erster Stelle der Rangliste, vor Sassuolo und Ex-Milan-Spieler-und-Trainer Gennaro Gattuso’s Napoli.

Die Sieger der vergangenen neun Spielzeiten sind nur auf Platz fünf, vier Punkte von den Erstplatzierten getrennt. Gründe dafür gibt es mehrere. Andrea Pirlo übernahm ohne Erfahrung an der Leitung eines großen Fußballvereins Maurizio Sarri’s Trainerposition. Einige Spieler wurden positiv für Covid-19 getestet und mussten deswegen mehrere Wochen aussetzen und in Quarantäne bleiben. Ein negatives Testergebnis des Sportlers war erforderlich um diesen wieder auf dem Fußballfeld sehen zu dürfen. Jedoch ist jede Mannschaft davon betroffen worden, nicht nur die juventinische. Unersetzbare Spieler wurden wochenlang gesperrt, darunter Ibrahimović, CR7 und Immobile.

Dies führte andererseits zu weniger vorhersagbaren Spielergebnissen und wesentlich spannungsreicheren Matches. Ist die 2020/2021 Serie A Saison endlich diejenige, in der man eine neue Siegermannschaft feiern darf?

Glas halb voll oder halb leer? Hängt davon ab, wie man verschiedene Ereignisse betrachtet. In diesem Falle auch passend, denn in der schwierigen und voller Unsicherheit geprägten Zeit, wäre es besser, negativen Gedanken aus dem Weg zu gehen. Sport bietet genau dies, eine Ablenkung von unserem Alltag, weshalb man auch positive Eigenschaften dieser Pandemie erkennen lernen könnte, denn im Leben soll nicht alles als negativ betrachtet werden. Das führe, zu Unrecht, zu Unmut.

Source: as.com